„Vitamin D und Fischöl fallen beim Test durch“

Die VITAL-Studie ist eine große Interventionsstudie, die 25.871 gesunden Probanden im durchschnittlichen Alter von 67,1 Jahren randomisiert in 4 Gruppen aufgeteilt und über 5 Jahre beobachtet hat. Gruppe 1 erhielt 2.000 I.E. Vit. D und 1 g Omega-3-Fettsäuren (Fischöl), Gruppe 2 nur Vit. D und ein Plazebo, Gruppe 3 Placebo und Omega-3 und die Gruppe 4 zweimal Placebo. Die beiden primären Endpunkte waren Inzidenz von Karzinomen sowie Kombination von Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulär bedingter Tod. Weder in der Vit. D- noch in der Fischöl-Gruppe zeigte sich eine signifikante Reduktion dieser beiden Endpunkte, lediglich signifikant war die Reduktion des Herzinfarktrisikos nach Omega-3-Gabe: Bei weißen Probanden um 28%, bei schwarzen Probanden sogar um 77%. Nebenwirkungen wie Hyperkalzämie oder erhöhtes Blutungsrisiko traten bei keiner Supplementation auf.

Fazit: 2.000 I.E. Vit. D und 1 g Omega-3-Fettsäuren haben keinen signifikanten Einfluss auf das Auftreten von Tumoren. Allerdings kann die Gabe von Omega-3-Fettsäuren das Herzinfarkt-Risiko deutlich senken.

Kommentar: Nahezu alle einzelnen primären bzw. Sekundären Endpunkte gingen mit einer fast signifikanten Risikoreduktion bei Supplementation (und definitiv keiner Risikoerhöhung) einher! Ergo: Vielleicht einfach mal die Dosis erhöhen, da wäre vermutlich bei allen die Signifikanz erreicht. Außerdem hatten die Probanden einen durchschnittlichen BMI von 33, was darauf schließen lässt, dass deren allgemeine Ernährung wahrscheinlich nicht die beste war, was auch berücksichtigt werden sollte. Insgesamt schneiden sowohl Omega 3 als auch Vit. D in der Studie super ab, die Überschrift suggeriert allerdings etwas anderes ☹︎

 

Quelle: Manson JE et al. Marine n-3 fatty acids and prevention of cardiovascular disease and cancer. N Engl J Med. 2019;380:23-32
Manson JE et al. Vitamin D supplements and prevention of cardiovascular disease and cancer. N Engl J Med. 2019;380:33-44