„Schlechte Ernährung hat tödliche Folgen“

Das Institut für Agrar- und Ernähurngswissenschaften in Halle/Saale untersuchte den Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Inzidenz von kardiovaskulären Todesfällen in den europäischen Ländern. Hierfür nutzten sie Ernährungs-Fragebögen, Produktions- und Handelsströme sowie Konsumdaten der einzelnen Länder. Sie konstruierten Ernährungsprofile und korrelierten diese mit Wissen aus prospektiven Kohortenstudien oder klinischen Interventionsstudien. Sie setzen hierbei einen kausalen Zusammenhang zwischen kardiovaskulärer Mortalität und den Ernährungsweisen voraus, was nur unzureichend bewiesen ist.
Laut ihren Berechnungen lässt sich jeder zweite tödliche Herzinfarkt auf schlechte Ernährung zurückführen (dies wären etwa 2,1 Mio. Todesfälle in Europa im Jahr 2016), was fast jedem 4. Todesfall insgesamt entspräche (22 %).
Auffallend ist ein starkes Gefälle zwischen Ost- und Westeuropa, wobei Westeuropa durch deutlich weniger ernährungsbedingte kardiovaskuläre Todesfälle auffällt. Jedoch sei Deutschland in Europa neben Griechenland und Finnland ein Spitzenreiter in dieser Kategorie.
Für sie war der wichtigste Einzelfaktor in ihrer Analyse eine Ernährungsweise mit zu wenig Vollkorn (darauf entfallen etwa 20 % der ernährungsbedingten kardiovaskulären Sterbefälle), folgend von zu wenig Nüsse (16 %), zu wenig Obst (12 %), zu viel Natrium (12 %) und zu wenig Omega-3-Fettsäuren (11 %).

Fazit: Jeder 2. Tödliche Herzinfarkt lässt sich mit einer schlechten Ernährungsweise zumindest korrelieren. In Deutschland spielt die schlechte Ernährung dahingehend mit die größte Rolle in Europa. Es werden vor allem zu wenig Vollkorn, Obst und Omega-3-Fettsäuren zu sich genommen.

Quelle: Meier T et al. Eur. J. Epidemiol. 2019;34:37-55